Ein ganzes Dorf freut sich:
Bundesverdienstkreuz für Hermann Fielenbach

Am Freitag, den 11. April 2003 wurde der 82-jährige Hermann Fielenbach mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den Landrat Herrn Frithjof Kühn ausgezeichnet und geehrt.


Tini Fielenbach, Landrat Kühn und Hermann Fielenbach


Das Verdienstkreuz am Bande: Bild für die Presse


Die Singgemeinschaft eröffnet die Feier

 

Zu diesem feierlichen Anlass hatte die Familie des Geehrten und der Heimatverein in den Saal Fielenbach in Birk eingeladen. Etwa 80 Personen nahmen an der Feier teil. Den feierlichen Auftakt bildete die Sing­gemeinschaft Birk, die mit drei Liedvorträgen und einem „Hoch“ die Gäste einstimmte. Danach würdigte der Landrat, Herr Frithjof Kühn in seiner Laudatio die Verdienste Hermann Fielenbachs mit herzlichen Worten. Den Höhepunkt bildete die Überreichung der Ordens-insignien durch den Landrat. Der MGV „Liederkranz Birk“ gratulierte seinem Ehrenmitglied mit einigen Gesangsstücken und einem weiteren „Hoch“.

Für den Heimatverein Birk und für sich persönlich dankten Dr. Jörn Hansen und Dr. Manfred Böhmer dem Geehrten mit herzlichen Worten. Seine herausragenden Verdienste für Lohmar, insbesondere für Heide, Inger, Birk, Algert , Albach u.a. sind kurz umrissen in dem unten abgedruckten Text aus den Einladungen zu ersehen. In einer kleinen Fotoausstellung zeigte der Heimatverein Bilder aus seinem Wirken.


Der Verdienstorden ist übergeben


Die Gratulation auch an Tini Fielenbach


Der MGV "Liederkranz" singt für sein Ehrenmitglied

Es schlossen sich die Gratulationen aus dem Familienkreis, der Freiwilligen Feuerwehr Löschgruppe Birk, der Politik und den vielen Vereinen an, in denen Hermann Fielenbach aktiv mitgewirkt hat. In allen Beiträgen war Herzlichkeit zu spüren und Dankbarkeit und Anerkennung wurden deutlich für das herausragende Lebenswerk unseres Hermann Fielenbachs.

Den Abschluss des offiziellen Teiles bildeten die Musikstücke, die das Tambourcorps Pohlhausen-Birk in beschwingter Weise vortrug und letztendlich die Dankesworte des Geehrten: „Ich tat ja nur meine Pflicht“. Nein, er tat viel, viel mehr. Er ist ein Vorbild für alle, die sich freiwillig und ehrenamtlich im sozialen Engagement einsetzen.

Zum Ausklang der Feier lud die Familie von Hermann und Tini Fielenbach zu einem Imbiss mit erlesenen Köstlichkeiten ein. Ein feierlicher, würdevoller und schöner Tag ging zu Ende.

 


Die Ansprache des Heimatvereins:
Dr. M. Böhmer, Dr. J. Hansen


Auch im Tambourcorps war Hermann Fielenbach langjähriges Mitglied


Gefeiert wird im großen Familienkreis

 

 

„Wenn einer das Bundesverdienstkreuz verdient hat,
dann ist es unser Hermann Fielenbach!“

Antwort aller Birker, die vor dem Antrag zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes angesprochen wurden.

Sein soziales Engagement, das er über Jahrzehnte für die Lohmarer Ortsteile Heide, Inger, Birk und andere geleistet hat, zeigt sich insbesondere in folgenden Bereichen:
►  Politik: ehem. Bürgermeister der Gemeinde Inger
►  Freiwillige Feuerwehr, Löschgruppe Birk: Fw.-Ehrenzeichen in Silber
►  Heimatverein Birk: Gründungsmitglied und Ehrenmitglied
►  MGV „Liederkranz“: Ehrenmitglied
►  Turn- und Sportverein Birk
►  Ortsring Birk
►  Karneval Birk

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren unsere Lohmarer Ortsteile geprägt durch den Zuzug vieler neuer Bürger. Zunächst waren es Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten Deutschlands, später waren es Berufstätige mit ihren Familien, die in Bonn, Köln und anderen nahen Städten Arbeit gefunden hatten und hier eine Heimat suchten. Durch diese Zuzüge vervielfachte sich die Einwohnerzahl. Damit war die Gefahr der Zerschlagung der gewachsenen Dorfkultur und Sozialstruktur gegeben und die Degeneration der Ortsteile zu anonymen Schlaf-Vororten drohte akut.

Diese Gefahr erkannte Hermann Fielenbach sehr früh und setzte sich seither für die Integration der neuen Bürger in die bestehenden Strukturen ein. Er hatte erkannt, dass nur in einem guten Miteinander alteingesessener und neuer Bürger die Lebens- und Kulturbereiche im positiven Sinne weiter entwickelt werden können. Er setzte sich für diese Ziele in seiner politischen Arbeit sowie in der Arbeit und der Unterstützung der örtlichen Vereine mit großem Engagement ein.

Bei den vielen oben genannten Bereichen könnte der Eindruck entstehen, er wäre ein „Hans-Dampf in allen Gassen“ oder ein eitler „Vereinsmeier“. Nichts wäre falscher als diese Behauptungen. Immer war und ist er geprägt von Zurückhaltung und Bescheidenheit. Seine Arbeit für ein „gutes Dorfleben“ kommt bei ihm immer aus dem Herzen. In vielen Diskussionen hatten und haben seine Argumente großes Gewicht. So genießt er ein hohes Ansehen.

Ich selber bin mit meiner Familie 1975 nach Birk gezogen. Aus Aachen kommend hatten wir Angst, in einem so kleinen Ort wie Birk zu „versauern“. Es zeigte sich, dass diese Angst unbegründet war. Wir wurden herzlich von Hermann Fielenbach und einer Reihe anderer alteingesessener Bürger aufgenommen. Wir verloren sehr schnell die Skepsis vor dem Leben hier. Der Ort mit seinen Einwohnern und seinem aktiven Vereinsleben wurde uns zu einer neuen Heimat.

Wie ich in den vielen Jahren gelernt habe, ist dieses intakte Dorfleben nicht nur Hermann Fielenbach, sondern vielen in Vereinen oder anderswo ehrenamtlich tätigen Mitbürgern zu verdanken. Aber Hermann Fielenbach hat diesen Geist sicher ganz maßgeblich mitbestimmt. Dafür sind wir alle ihm sehr dankbar.

Jörn Hansen